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VTB startet mit Direktbank
Wien, 22.03.2011 - Interview mit Igor Strehl, Vorsitzender des Vorstandes
Die VTB Bank (Austria) ist bislang im Firmenkundengeschäft verankert. Nun haben Sie die Privatkunden und -kundinnen ins Visier genommen. Was haben Sie geplant?
Vorstandsvorsitzender Igor Strehl: Die VTB Bank (Austria) startet noch im März eine Direktbank. Diese ist bilanztechnisch der VTB Bank (Austria) unterstellt, das heißt, die VTB Bank (Austria) und die Direktbank sind eine Einheit. Der Markt ist allerdings ausschließlich Deutschland.
Warum wurde die Direktbank dann nicht der VTB (Deutschland) unterstellt?
Strehl: Wir wollten als Subholding einen direkten Zugriff auf die Direktbank. Als Tochter der VTB (Deutschland) hätten wir regulatorische Beschränkungen in Kauf nehmen müssen. Außerdem ist die VTB (Deutschland) auf das Bankengeschäft spezialisiert und macht vorwiegend Clearing für russische Korrespondenzbanken.
Wie können Sie so schnell einen reibungslosen Start garantieren?
Strehl: Wir haben die komplette IT outgesourced und nutzen ein fertiges Produkt von GAD, dem Rechenzentrum der Norddeutschen Volksbanken. Damit haben wir für ein einfaches Geschäftsmodell eine einfache Lösung gefunden. In Österreich gibt es keinen Anbieter, der uns eine fertige Plattform liefert, weshalb die Umsetzung hier umständlicher und teurer wäre.
Welche Kunden und Kundinnen wollen Sie mit der Direktbank ansprechen?
Strehl: Das Angebot der VTB Direktbank richtet sich an Kunden und Kundinnen mit Wohnsitz in Deutschland, die transparent, schnell und sicher von attraktiven Konditionen profitieren möchten. Das Tagesgeldkonto der VTB Direktbank ist eine flexible und kurzfristige Anlagemöglichkeit und erfüllt dabei höchste Sicherheitsstandards. So können unsere Kunden und Kundinnen jederzeit über Ihr Geld verfügen und erhalten ab dem ersten Cent einen attraktiven Zins - und das bei kostenloser Kontoführung. Eine der Kernausrichtungen der VTB Direktbank ist der Aufbau von langfristigen Beziehungen, sowie eine professionelle und sehr zielorientierte Betreuung unserer Kunden und Kundinnen. Die VTB Direktbank möchte sich im deutschen Privatkundengeschäft als eine verlässliche Partnerin präsentieren und sich nachhaltig etablieren.
Die Konkurrenz ist stark. ING DiBa hat in Deutschland 6,6 Mio. Kunden, Santander 3,8 Mio. und Comdirect, der dritte Player im deutschen Ranking, immer noch 1,3 Mio. Was können Sie diesen Direktbanken entgegenhalten und welche Wachstumsziele verfolgen Sie?
Strehl: Im ersten Jahr wollen wir 40.000 Kunden und Kundinnen gewinnen, in fünf Jahren bis auf 440.000 anwachsen. Wir sehen das als realistische Planung, denn der Markt für Online Banking wächst nach wie vor sehr stark. Für die nächsten fünf Jahre prognostizieren Marktforscher und -forscherinnen ein Wachstum von 38 Prozent.
Was bieten Sie den Direktbank-Kunden und -Kundinnen?
Strehl: Wir gehen mit zwei Produkten auf den Markt, mit Tagesgeld und mit Deposit-Geld, also Festgeld. Wir werden ein bisschen mehr als fünf PIPS bezahlen, also nicht 2,2 % sondern 2,25 %.
Und welche Sicherheit haben Ihre Kunden und Kundinnen?
Strehl: Die VTB ist Mitglied des österreichischen Einlagensicherungsfonds und sichert – so wie jede Bank – pro Person Einlagen bis zu 100.000 Euro.
